Die Philosophie des Studio MacLaine:

Die Fetishlounge MacLaine gehört zu den ältesten Salons in Deutschland.
Seit der Eröffnung im Sommer 1985 ist die Adresse immer die Gleiche geblieben, da wir die Miete immer pünktlich bezahlt und uns in dem bürgerlichen Rahmen des gepflegten Hauses immer unauffällig benommen haben.  Keine Krawalle, keine Kampfhunde und keine "Beschützer" mit großen Autos, lautete die Devise des Studio Maclaine, von damals bis heute.

Aber vielleicht war es auch immer so, dass ich - Lady MacLaine - und meine Mitstreiterinnen selbst sehr bürgerliche Wurzeln hatten und uns der freundliche Umgang mit den Nachbarn und die Anpassung an die bürgerlichen Normen des Miteinanders im Haus nicht schwer gefallen ist.

Wie dem auch sei - die Jahre sind vergangen und das Studio MacLaine residiert noch immer im Parterre des Hauses, das zu Beginn der Geschichte noch der katholischen Kirche gehörte. Welch eine Ironie - der Herr Pfarrer hatte nichts gegen den Hort sexueller Ausschweifungen und kam damals gern auf ein Tässchen Kaffe vorbei.

Natürlich hat sich im Laufe der Jahres vieles verändert und letztendlich ist bis auf die Außenwände nichts mehr so, wie es damals einmal war. Die Räume sind unzählige Male renoviert und ausgebaut worden, bis alles wieder abgerissen wurde und wieder neue Konzepte Gestalt annahmen. Der letzte große Umbau ist gerade mal ein halbes Jahr alt und wie viele noch kommen, wissen die Götter. Ich habe in alten Alben Polaroidphotos der Anfangsjahre gefunden und möchte dem geneigten Leser an drei Beispielen die Veränderungen des Ambientes zeigen:

Behandlung auf dem Gykostuhl:


1989

 


2009

Zofenerziehung:


1987

 


2009

Gefesselt am Pfahl:


1987

 


2008

Aber neben den räumlichen Veränderungen und den immer anspruchsvolleren Requisiten, hat sicher das Internet die wichtigste Veränderung in die Dominastudios gebracht: Mit der immer größer werdenden Flut an Bildern, Videos, Informationen und natürlich auch Plaudereien aus unseren Nähkästchen in den verschiedenen Foren der BDSM-Szene, bleibt nicht mehr viel von dem Flair des Heimlichen, Verbotenen, das früher den Mythos dieser dunklen Welt ausgemacht hat.
Unsere Webseiten geben in einer Breite Auskunft über das Studio und die Damen, wie es früher nur mit einem persönlichen Besuch im Studio in Erfahrung zu bringen möglich gewesen wäre. Kein Telefonat und kein einzelnes Bild in einem Printmagazin hätte vor 10 oder 20 Jahren jemals diese Informationsflut zuwege gebracht.
Der User sitzt heute gemütlich zu Hause vor dem PC und stellt sich sein erotisches Menü zusammen. Er  vertieft wichtige Fragen per Email und klärt dann vielleicht mit einem Anruf über Handy die letzten Ungewissheiten ab.

Er kann sich die Dame nach ihrem Aussehen, ihrer Videopräsenz und ihren angegebenen Vorlieben und Tabus quasi aus einer überdimensionalen Speisekarte der erotischen Angebote auswählen.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich betrachte diese Veränderung nicht als negativ. Im Gegenteil! Ich empfinde diese neuen Gegebenheiten als positiv, entspannend und unkompliziert. Vor 20 Jahren klingelte unser Telefon 100 Mal am Tag und es wurden 100 Mal am Tag die gleichen Fragen nach unserem Aussehen und Vorlieben gestellt  und dann tapste 10 Mal am Tag irgendjemand durch die Tür, der sich komplett verlaufen hatte oder halt nur mal bloß "kucken" wollte. Dieser - wir nannten es damals "Pufftourismus" - wird heute im eigenen  Wohnzimmer erledigt und behelligt uns nicht mehr real in unserem Entree.

Und darum können wir heute in wunderbarer, verschwiegener Ruhe unsere Spiele in den bizarren Räumen gestalten, ohne durch penetrantes Türklingeln gestört zu werden. Das Telefon klingelt heute vielleicht noch 5 Mal am Tag und jeder dieser 5 Anrufe ist für uns wichtig und damit Basta. Die anderen 95 Nervtöter (heute nennt man sie modern "Fakes") verschonen uns mit ihrem Interessen und alle Beteiligten sind glücklich.
Durch die umfassenden Vorinformationen sind die unbefriedigenden Fehlbesuche fast auf Null zurückgegangen, da jeder Besucher ziemlich genau weiß, was ihn im Studio erwartet und was nicht.  Insofern haben sich die äußeren Umstände des Studiobetriebes zur Zufriedenheit aller Beteiligten entwickelt!

Im Laufe der vergangenen 20 Jahre haben sich aber nicht nur die äußeren Bedingungen und die Kommunikation zwischen Damen und Besucher verändert. Nein - die Veränderungen gehen viel tiefer und lassen sich ganz kurz auf den Punkt bringen: Erziehung und Sklaverei war gestern - Fetisch und erotische Nähe sind heute. Eine Abhandlung darüber, warum und aufgrund welcher gesellschaftlicher Entwicklungen diese Veränderungen vonstatten gegangen sind, würde an dieser Stelle zu weit führen.

Darum behaupte ich - Lady MacLaine - einfach mal Kraft meiner Autorität als Domina, dass es einfach so ist. (Und gestatte natürlich keine Widerrede!) Natürlich gibt es immer noch Rollenspiele, in deren Ablauf die Rollen des "Sklaven" und die der "Herrin" zelebriert werden, doch ist die Zahl der Besucher, die schon im Entree mit gesenktem Blick auf die Knie fallen und der Herrin einen scheuen Kuss auf die Stiefelspitze hauchen, gen Null gesunken. Jeder Gast, der heute ein Studio besucht, weiß ziemlich genau worum es geht. Er hat sich genau informiert und ist sogar viel öfter als früher in der Lage, seine Wünsche präzise und häufig auch anhand der vielen Bilder  und Vorschauvideos auf der Webseite zu erklären. Komplette Missverständnisse zwischen Besucher und Domina  - die früher häufig für beide Seiten ein echtes Ärgernis waren - sind auch fast auf Null zurückgegangen.

Das heißt im Klartext: Sie als unser Gast und wir als dominante Damen sind erwachsene Menschen, die genau wissen, was uns zusammengeführt hat. Ihre erotischen Wünsche sind unser Auftrag und Ihr Obolus ist wiederum unsere Existenz. Wir müssen uns gegenseitig nichts vormachen, um jeweils unsere Ziele zu erreichen: Sie möchten eine maximal positive Zeit erleben und wir möchten einen glücklichen Besucher nach Beendigung der Session zu Tür begleiten.

Jetzt kommt der wichtigste Aspekt meiner Philosophie, den ich Ihnen vor Augen führen möchte: Nur wenn wir Ladies Ihnen als Person wirklich positiv, offen und verantwortungsvoll zugewendet sind, können wir Ihre geheimen Phantasien und ihre erotischen Vorstellungen umsetzen, so wie Sie es sich wünschen und wie es unser Auftrag ist.
Nur, wenn wir Sie als willkommenen Gast begrüßen und nicht als perversen Penner oder widerlichen Wichser, sind wir in der Lage, Ihnen von Herzen ein positives Erlebnis zu vermitteln.
Wir müssen uns in der von Ihnen bezahlten Zeit mit aller Kraft darum bemühen, allen Aspekten ihrer Träume gerecht zu werden. Das umfasst unser Outfit, die Stimmung im Raum, unsere Sprache und das Szenarium. Ihre Ausstattung (ganz wichtig für die Gummispiele) nach Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen und die genau dosiert eingesetzten Spielzeuge zur Umsetzung Ihrer Phantasien.

"Schmerz" und "Strenge" sind keine klaren Maßeinheiten wie Meter oder Pfund.  Bewahre!
Diese Begriffe sind so dehnbar, so unendlich unterschiedlich zu interpretieren, wie Sie es sich nie und nimmer vorstellen können. Doch wir - die wissenden Begleiterinnen Ihrer Phantasien - müssen genau wahrnehmen, reflektieren und umsetzen, was Ihr Körper uns an Reaktionen auf die unterschiedlichsten Reize zeigt:

Zu heftig
Zu langweilig
Zu beängstigend
zu demütigend
zu ehrlich
zu ekelhaft
zu bösartig
zu weich
usw... usw... die Liste wäre endlos.

Sind wir unkompetent, gelangweilt, desinteressiert oder im schlimmsten Fall voller Verachtung und Hass, können wir die Signale Ihres Körper nie und nimmer umsetzen, richtig interpretieren und zu einem gelungenen Abschluss der Session führen. Von negativen Gefühlen geleitet, würden die Mehrheit der Sessions für unsere Besucher unbefriedigend und enttäuschend enden.
Da das Studio MacLaine ja nun in den vergangenen 2 Jahrzehnten nicht pleite gegangen ist, scheinen die Damen ja wohl überwiegend gelungene Spiele und befriedigende Sessions an den Mann bzw. an den Besucher gebracht zu haben. Warum erwähne ich diesen Punkt nun so betont?
 
Hier ist die Antwort:
Leider gibt es unter den Besuchern eine Handvoll Gäste, die sich ein extrem erniedrigendes Spiel voller Hass und Gewalt wünschen. Die von hingerotzter Fäkalsprache und kanonadenhaften Beschimpfungen träumen.
Diesen potentiellen Gästen muss ich leider offen und ehrlich sagen: Bei uns sind Sie falsch! Weder ich - noch eine Dame aus meinem Team -  sind in der Lage, diese Spiele zu Ihrer Befriedigung durchzuführen.
Und letztendlich wollen wir es auch gar nicht. Da wir unseren "Beruf" der Profidomina bewusst positiv und unseren Gästen zugewendet ausüben, sind wir leider nicht in der Lage, Hass, Gewalt, echte Demütigung und wirklich empfundene Abkotze zu simulieren.
Darum bitten wir hiermit diejenigen Interessenten, die ausgeprägte Fäkalsprache, extreme Demütigungen, bitterernste Beschimpfungen und sadistische Misshandlungen suchen, ihr Glück in einem anderen Studio zu versuchen. Bei uns werden Sie einfach nicht glücklich, da wir mit Ihnen auch nicht glücklich werden. Der Spagat zwischen Zuwendung und Hass ist einfach zu groß und zu schizophren, um von uns berufsmäßig ausgeübt zu werden.
So, das musste ich einfach mal loswerden!
Nun noch ein kleiner Exkurs in die momentane Situation:
Da ich die Entwicklungen der professionellen Szene schon vor vielen Jahre vorausgesehen habe, hat sich mein Studio den Bedürfnissen der an traditionellem SM interessierten  Besucher maximal angepasst:
1) Wir konzentrieren uns auf die perfekte Dienstleistung und die maximale Zufriedenheit jedes einzelnen Besuchers.
2) Ich investiere so viel wie möglich in die Bereiche Gummi und Klinik, sowie in die Ausstattung der Räume, in neue Spielzeuge und die Gummigarderobe für unsere Besucher.
3) Die Webseite wird mit maximaler Aktualität geführt und gepflegt.
4) Ich bestehe auf einer perfekten Ausbildung aller neuen Mitarbeiterinnen - egal, wie mühsam und zeitaufwendig diese Ausbildungen auch leider sind.
5) Und ich verzichte auf schnelle und leichte Einnahmen durch "normale Prostitution", sprich Bizarr-Ladies, die Ihnen zwar Oralsex verkaufen, aber nie und nimmer eine perfekte Fesselung in Gummi zustande bringen.

Dazu lautet meine Entscheidung  so: Man(n) kann nicht alles haben!
Sie finden in Berlin Tausende von Frauen die - sogar für unangebracht wenig Geld - alles tun, was Sie und Ihr Schwanz sich wünschen.
OK.  Das soll so sein. Geht mich auch nichts an!
Sie finden aber nur maximal knapp über 20 Frauen in der Stadt, die Ihnen eine perfekte Fetischsession auf höchstem Niveau erotisch, einfühlsam und unter Einsatz der vielfältigsten Requisiten erregend bieten können. Leider können Sie diese maximal 20 Frauen nicht auch noch ficken und keine dieser Ladies wird Ihren Schwanz in den Mund nehmen.
Wie gesagt: Man(n) kann nicht alles haben!


Natürlich kann ich nicht in die Zukunft sehen, aber mit großer Wahrscheinlichkeit wird  irgendwann in nächster Zukunft ein kleines und konservatives Studio wie meines keine Chance zum wirtschaftlichen Überleben mehr haben. Doch bis dahin werde ich und die mit mir agierenden Damen sicher noch ein paar schweißtreibende, abgefahrene und unvergessliche Sessions mit unseren Besuchern haben!

 

        Es grüßen Lady MacLaine und Team
 


Und für alle, die sich im Laufe dieses langen Artikels neue Informationen über die Preispolitik des Studio MacLaine erhofft haben: Es gibt keine!
Es wird auch in naher Zukunft keine Preisnachlässe, Rabattmarken oder verbilligte Sessions für Studenten, Rentner und andere Notleidende geben, denn ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Sonderangebote und "Geiz-ist-geil-Attraktionen" nur Frust und Unlust auf beiden Seiten erzeugen. Was haben Sie denn davon, wenn Sie zwar ein paar Euro gespart, die Dame aber nur abgenervt und gereizt die Zeit mit Ihnen abgearbeitet hat?  NICHTS!
Im Gegenzug werden Sie dahinschmelzen, wenn die Lady Ihres Herzen mit dem Gefühl des Respekts und der (pardon, dazu gehört auch die finanzielle) Wertschätzung in die Session geht. Versprochen!

                                                                                 Ostern 2009

 

 

 

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